Leserbrief

Sind wir denn im Irrenhaus gelandet?

Als simpler Staatsbürger kommt man sich mehr und mehr wie in einem Irrenhaus vor. Seit Beginn der Impfungen weiß jeder vernunftbegabte Laie, ebenso wie die ärztlichen Spezialisten, dass nur eine allgemeine Durchimpfung die Pandemie eindämmen oder vielleicht beenden kann. Aber keiner der Politiker, egal welcher Parteifarbe, hat den Mumm und das Rückgrat, dies klar und deutlich auszusprechen und so rasch als möglich entsprechend zu handeln, um einen vierten Lockdown, mit wahrscheinlich unfinanzierbaren Kosten, zu vermeiden.

Impfverweigerer sind keine Kämpfer für persönliche Freiheit, denn die hört bekanntlich dort auf, wo sie die Freiheit des Mitmenschen und in diesem Fall der Allgemeinheit tangiert, sondern bloße Egoisten, die sich virensprühend politisch für "Kurz muss weg"-Demonstrationen engagieren bzw. missbrauchen lassen.
Ebenso fühlt man sich beim Thema Schule - Kinder - Lehrer in einem Irrenhaus. Vor einem Jahr hörte man täglich das herzergreifende Gejammere über das verlorene Jahr, über die verlorene Generation, über die traumatisierten Kinder, die die psychologischen Abteilungen der Krankenhäuser aufsuchen müssen und denen der Kontakt mit Freunden fehlt. Und ein Jahr später kommt es bei vielen Eltern groß in Mode, die Kinder zu Tausenden vom Schulbetrieb abzumelden und sie daheim zu unterrichten und zu traumatisieren. Mit dem Risiko, dass die Eltern den Lehrstoff selber nicht beherrschen.

Dipl.-Ing. Hubert Schlossmacher, D-83404 Ainring-Mitterfelden

Aufgerufen am 17.10.2021 um 07:31 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/sind-wir-denn-im-irrenhaus-gelandet-109093630

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