Leserbrief

"Sind wir so oder sind wir nicht so?"

Zu "Die Demokratie auf Abwegen: Wenn Parteien zu Konzernen werden" (Alexander Purger, SN, 11. 7.):

Ich befürchte, Tacitus hat mit seiner Meinung, dass "im verdorbenen Staat die meisten Gesetzte seien" leider recht und BP Van der Bellen war mit seiner seinerzeitigen Einschätzung doch zu zuversichtlich. Es ist auch nicht wirklich wahrnehmbar, was viele der erlassenen Gesetze tatsächlich bewirken, außer Zeitvertreib für die zu vielen Beamten.
Österreich war hinsichtlich politischer Lauterkeit noch nie ein mustergültiges Land.

Korruption, Steuerhinterziehung, Diebstahl von öffentlichen Geldern, Manipulation der Berichterstattung, Günstlingswirtschaft, Rechtsbeugung und dergleichen waren und sind unsere täglichen Begleiter, gleichgültig welche der Parteien das Sagen hatte. Die Begehrlichkeiten und Unverschämtheiten verhalten sich proportional zur Karriere eines Großteils unserer politischen Entscheidungsträger.

Die Entwicklung und Zunahme an Dreistigkeiten war in den letzten beiden Jahrzehnten erschütternd. Das Gefährliche daran ist, dass die Kinder und Jugendlichen damit aufwachsen und diese Dinge als Rahmenbedingungen ihres Lebens aufnehmen.
Herr Purgers "Hintergrund" reflektiert klar und unmissverständlich, in welcher Gasse sich "unsere Demokratie" befindet und wie perfide hunderte Millionen an Steuergeldern jährlich von den Parteien zusammengerafft werden, um die Bürgerinnen und Bürger zufriedenzustellen und die Legende von unserer schönen Welt aufrechtzuerhalten.

Josef Landlinger, 5330 Fuschl am See

Aufgerufen am 30.01.2023 um 11:47 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/sind-wir-so-oder-sind-wir-nicht-so-124154416

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