Leserbrief

Skifahren bleibt eine heilige Kuh

Es wiederholt sich bereits zum dritten Mal. Mit Beginn der Skisaison gibt es, so wie in den zwei Jahren zuvor, einen eklatanten Anstieg der Corona-Infektionen. Begann es doch im Wintersportort Ischgl, wo Winterurlauber das Virus in ganz Europa verbreiteten. Letztes Jahr gab es gleich einmal Probleme mit ausländischen Skilehrern, die für eine Verbreitung des Virus sorgten. Dieses Jahr ist es nicht viel anders, wiederum bilden ausländische Skilehrer in Tirol ein mächtiges Cluster, in vielen Wintersportorten steigen die Inzidenzzahlen in die Höhe.
Bei der neuerlichen Diskussion über die Öffnung der Skigebiete geht mir ein Argument völlig ab. Wird es geflissentlich vermieden, darüber zu sprechen, dass Skifahren ein Sport ist, der die meisten Unfälle im Bereich des Breitensports verursacht? Unfälle, die häufig eine Behandlung im Krankenhaus erfordern. Am Anfang der Pandemie wurde seitens der Regierung immer wieder gefordert, man möge sich bei allen sportlichen Tätigkeiten, die eine Verletzungsgefahr mit sich bringen, zurückhalten. Jetzt höre ich kein Wort mehr darüber, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser einen Ansturm von Sportverletzungen nicht mehr vertragen könnten und die Behandlung von "Corona-Patienten" darunter leiden könnte. Ist es einfach so, dass Skifahren eine heilige Kuh in Österreich darstellt und sich über alle derzeitig notwendigen Maßnahmen hinwegsetzen darf?

Franz Unterholzner sen., 5020 Salzburg

Aufgerufen am 24.05.2022 um 04:49 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/skifahren-bleibt-eine-heilige-kuh-115127125

Kommentare

Schlagzeilen