Leserbrief

"Sklavengesetz" in Ungarn

Es wundert mich doch sehr, wie wenig, knapp und an den Tatsachen vorbei über den momentanen Aufstand breiter Volksmassen gegen die Regierung Orbán in Ungarn berichtet wird.
Orbán hat mit seiner Mehrheit im Parlament ein Gesetz erlassen, nachdem Arbeitgeber jährlich 400 Überstunden von jedem Arbeitnehmer verlangen können - und das ohne jede Ausnahme. Das allein ist schon ein Gesetz, das mit körperlicher Gewalt gegen den einzelnen arbeitenden Menschen zielt und damit den Aufstand verursacht hat.

Was aber noch hinzukommt - und das hat es bisher in Europa noch in keinem Land auch nur annähernd gegeben - diese Überstunden müssen (laut dem neuen Gesetz) erst nach 3 Jahren (in Worten: drei Jahren) bezahlt werden. Ohne jede staatliche Garantie. Und damit ist der Ausdruck "Sklavenarbeit" gar nicht so weit hergeholt.


Schlaue Unternehmer werden diese Situation ausnutzen und dann nach fast drei Jahren ihre Unternehmung in den Konkurs schicken, nachdem sie vorher eine Weiterführung unter anderem Namen nach dem Konkurs gut vorbereitet haben. Und die betrogenen Arbeitnehmer gehen leer aus, und die Unternehmer haben ein zusätzliches "Körberlgeld" - Ein Gedanke, der bei der korrupten Regierung Orbán durchaus denkbar ist.

Und welche Reaktionen kommen dazu aus Brüssel?


Wolfgang Wawzin, 7432 Oberschützen

Aufgerufen am 27.11.2020 um 01:50 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/sklavengesetz-in-ungarn-62773909

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