Leserbrief

Solarenergie und Denkmalschutz

Der Denkmalschutz bzw. das Altstadtamt in Salzburg hat viele Verdienste um den Erhalt wertvoller Bausubstanz in unserer Stadt. Bezüglich der Solarenergie müsste aber manche Bestimmung neu auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden.

Ich habe vor zirka fünf Jahren einen ablehnenden Bescheid bekommen über mein "Ansinnen", auf meinem Carport Solarpaneele anzubringen, weil dadurch das Stadtbild "wesentlich beeinträchtigt" worden wäre. Dieser Carport auf meinem Grundstück ist knapp 30 Zentimeter höher als die Gartenmauer, an die er angebaut ist. Man kann das Dach als Fußgänger auf den öffentlichen Gehwegen im Sommer wegen der umliegenden Bäume und Sträucher überhaupt nicht einsehen, im Winter nur an einer Stelle. Mittlerweile stehen zwei E-Autos in diesem Carport.

Ich plädiere nicht dafür, die gesamte Dachlandschaft der Altstadt mit Solaranlagen zu verändern, was jedoch Nebengebäude wie Carports und Schuppen betrifft, erwarte ich mir, dass in Zeiten der rasch zu beendenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und von menschenrechtsverachtenden Staatssystemen die Verhältnismäßigkeit von Denkmalschutz und Umweltschutz neu überdacht wird.

Die Behörden sollten das Bestreben privater Nutzer, zumindest teilweise unabhängig von öffentlichen Energieanbietern zu werden, unterstützen, statt es zu behindern.


Edith Stein, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 18.05.2022 um 10:06 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/solarenergie-und-denkmalschutz-118143409

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