Leserbrief

Solidaritätsbeitrag Älterer ist unnötig und nicht gerecht

Zum Leserbrief "Risikogruppe kann etwas zurückgeben" von Frau Gillhofer (SN, 3. November 2020), Folgendes:
Ich verstehe die Wut der Leserbriefschreiberin, denn Hilflosigkeit macht wütend. Aber Wut macht auch blind, was wohl der Grund für die Fehlschlüsse ist, die hier unterlaufen sind.
1. Nicht die "Generation der wohlerworbenen Rechte" trägt zur Verbreitung des Coronavirus bei. Es wäre also nicht "gerecht", sie grundlos mit Einkommenseinbußen zu bestrafen. Abgesehen davon, "übersteigt" die Pension bei dem allergrößten Teil der Bezieher kaum die Lebenshaltungskosten. Somit würde ein "solidarischer" Teilverzicht die Not der Betroffenen vergrößern und niemanden helfen.
2. An der Entstehung einer Pandemie ist niemand schuld. Sehr wohl aber an der Weiterverbreitung des Virus durch Ignoranz, Gleichgültigkeit und der Unfähigkeit, den eigenen Egoismus ein klein wenig zurückzunehmen, indem man ein paar lächerlich einfache Regeln für eine beschränkte Zeitspanne (bis zur Impfmöglichkeit) beachtet.
3. Ausschließlich durch die Dummheit derer, die den Virus verbreiten, weil sie die Regeln nicht einhalten, werden die Lockdowns überhaupt erst notwendig, die dann in Folge der Wirtschaft schaden und in weiterer Folge das bewirken, was im Leserbrief angeprangert wird ("Verzicht auf die Grundrechte: Arbeit, Einkommen, soziale Kontakte, Privatsphäre"). Wenn also ein "Solidaritätsbeitrag", dann ausschließlich von dieser Personengruppe.
4. Das Risiko, bei Erkrankung zu sterben, besteht bei jedem, unabhängig vom Alter. Die Wahrscheinlichkeit mag geringer sein, aber wer möchte das schon austesten?

Barbara Leitner, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 01.12.2020 um 05:03 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/solidaritaetsbeitrag-aelterer-ist-unnoetig-und-nicht-gerecht-95206192

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