Leserbrief

Sparkurs ist ein Schuss ins Knie

Noch im Juli hieß es vonseiten des neuen Rektorats der PLUS, man kämpfe mit einem Budgetdefizit von bis zu zehn Millionen Euro (SN, 1. 7./27. 7.). Zum Oktober ist dieses Defizit nun auf unter zwei Millionen Euro geschrumpft (SN, 9. 10.).

Es kommt der Verdacht auf, dass die neue Hochschulleitung diese "Schulden", welche sie rufschädigend dem Rektorat Schmidinger anlastet (SN,
1. 7./27. 7./14. 8.), gut brauchen konnte: Unter dem Deckmantel dringender Sparmaßnahmen sollen die neuerdings unliebsamen, weil angeblich im Dornröschenschlaf liegenden Geisteswissenschaften verstümmelt werden; geplant ist etwa die Fusion von Slawistik und Romanistik (!), von Linguistik und Germanistik (!). Professuren sollen nicht nachbesetzt werden, Studienassistenzstellen wurden bereits gestrichen. Wie lassen sich diese Einsparungen rechtfertigen, wenn sich die vorgeblichen Schulden nun spontan in Luft aufgelöst haben? Sollen
so etwa "kostenneutral" neue Fakultäten und die technisch-naturwissenschaftliche Neuausrichtung der Uni finanziert werden?

Man fügt den Geisteswissenschaften irreversiblen Schaden zu; für die Finanzierung eines dauerhaft konkurrenzfähigen Technikschwerpunkts werden das gesparte Kleingeld und eine Einmalzahlung des Landes aber niemals ausreichen. Die Sparmaßnahmen erweisen sich als Schuss ins eigene Knie.


Marvin Stecker, Student der Kommunikationswissenschaften, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 02.12.2020 um 02:50 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/sparkurs-ist-ein-schuss-ins-knie-95099911

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