Leserbrief

Sprengmeister als Stabilisator?

Bundeskanzler Kurz hat, um an die Macht zu kommen, 2017 die große Koalition mit der SPÖ gesprengt, lange vorbereitet, wie wir aus Mitterlehners Buch wissen,
und hat sich mit der rechtspopulistischen FPÖ ins Bett gelegt.
Nun hat er diese Regierung wieder gesprengt und es gibt Indizien, dass auch diese Aktion geplant war, wobei ihm der Supergau seines Regierungspartners sehr gelegen kam. Und ausgerechnet er, der die extreme Rechte hat walten lassen und mit ihr Österreichs Reputation auch international schwer beschädigt hat, will für Stabilität sorgen? Ist nicht eher anzunehmen, dass er seine Kanzlerschaft für einen Wahlkampf nützen wird, sich als Opfer von korrupten Blauen, aber als gemäßigter Fortführer der menschenverachtenden, wirtschaftsfeindlichen, trotzdem leider in weiten Kreisen der Bevölkerung populären ausländerfeindlichen Politik darzustellen. Die Spaltung des Landes wird perpetuiert. Wenn ich ein Haus stabilisieren will, darf ich nicht einem Sprengmeister, der morsche, über 80 Jahre alte Balken eingebaut hat, die Leitung der Renovierung anvertrauen. Größtmögliches Misstrauen ist notwendig und auszusprechen.

Erwin Vinci Müller, 5020 Salzburg

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