Leserbrief

Statistiken gegen an der Lebenswirklichkeit vorbei

Wenn zu dem sicher schwierigen Thema Pensionsystem die neoliberale Denkwerkstatt Agenda Austria vehement für ein höheres Pensionsantrittsalter eintritt, möge z.B. der genannte Forscher W. Nagl doch auch die andere Seite des Problems mit einbeziehen: Etwa die Tatsache, dass viele arbeitende Menschen körperlich bereits in den 50ern abgearbeitet sind - sie sollten aber bis 67 arbeiten können, oder er könnte über die Haltung jener Arbeitgeber berichten, die Arbeitswillige ab dem Alter von 50, 55, als zu alt abweisen, oder aber, Lohn und Rente betreffend, auch die Begründung von Arbeitgebern erheben, weshalb sie Frauen geringer entlohnen (wenn zugleich Jahr für Jahr berichtet wird, um wie viel Prozent Frauen selbst bei gleichwertiger Arbeit geringer bezahlt werden als Männer), infolgedessen ihre Rente für Erwerbsarbeit, wie auch die "ohne Arbeit
erworbenen Pensionsrechte" für Kindererziehunszeiten (B. Marin im
Standard) geringer ausfallen - als ob niemand dafür verantwortlich wäre?
Statistik allein geht an der Lebenswirklichkeit von Arbeit und Rente vorbei.

Mag. Eva Kiefer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 31.10.2020 um 11:37 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/statistiken-gegen-an-der-lebenswirklichkeit-vorbei-68356072

Schlagzeilen