Stellungnahme von "Pro universitate"

Unter dem Titel "Wir sind eine Uni und keine Sekte" kommentierte Hendrik Lehnert, Rektor der Universität Salzburg, in den "Salzburger Nachrichten" vom 27. 7. 2020 die Unterschriftenaktion "Pro universitate - für Transparenz, Demokratie und offene Kommunikation an der Universität Salzburg" dahingehend, dass die 81 Unterstützer bloß knapp zehn Prozent der wissenschaftlichen Beschäftigten der Uni ausmachten: "Das ist eine dezidierte Minderheit. Möglicherweise kann man es auch andersrum formulieren: Über 90 Prozent sind mit unserem Kurs einverstanden."

Dieser Schluss verkennt das Wesen einer Unterschriftenaktion (anderenfalls müssten die beiden Volksbegehren "Smoke-NEIN" und "Smoke-JA" gemeinsam auf 100 Prozent gekommen sein) und übergeht geflissentlich die Tatsache, dass zum Beispiel wissenschaftliche Mitarbeiter mit befristeten Verträgen gute Gründe haben mochten, sich nicht zu exponieren.

Obwohl der Text umständehalber bei Weitem nicht allen Beschäftigten zur Unterschrift vorlag, haben ihn, wie Rektor Lehnert weiß, unter anderem mehr als 25 Prozent aller Universitätsprofessoren und -professorinnen, mehrere Leiter von Fachbereichen und Zentren, zwei ehemalige Senatsvorsitzende sowie ein ehemaliger Vizerektor unterzeichnet (vgl. auch SN vom 23. 7.).

Dieses Ergebnis wird Rektor Lehnert dadurch, dass er es kleinredet, ganz sicher nicht aus der Welt schaffen - ebenso wenig, wie sich die kritisierte Top-down-Kommunikation nachträglich einfach zu einem "Bottom-up-Prozess" umdeklarieren lässt.

Quelle: SN