Leserbrief

Steuerreform - Steuerkosmetik

Die angekündigte Steuerentlastungsreform soll spürbar sein. Das ist gut so. Es täuscht aber nicht über die Tatsache hinweg, dass sich die Arbeitswelt verändert. Das bestätigt auch der Leitartikel in den SN vom 27. 4. 19. Digitales und Robotik ersetzt Manuelles. Dieser Änderung wird aber nicht Rechnung getragen. Besteuert wird nach wie vor das, was die Menschen erzeugen. Der seinerzeitige Sozialminister Dallinger hat das erkannt und eine Maschinensteuer verlangt, welche darauf abzielte, den Wegfall der Steuern von manueller Arbeit zu kompensieren. Heute müsste man, um den Faktor Arbeit nicht noch mehr zu belasten, eine Digitalsteuer verlangen. Auch Geld erarbeitet Gewinn, welcher schon besteuert wird. Wo man noch ansetzen kann, wäre das Internet. Jeder freut sich, dass dort fast alles gratis ist. Im Internet machen die Giganten Gewinne, die kaum belastet werden. Würden sie zur Kasse gebeten werden, würde aber im Internet nicht mehr alles gratis sein.
Was geschieht aber? Man lässt den Faktor Arbeit belastet, rührt die kalte Progression nicht an, weil das für den Finanzminister gut ist und jammert andererseits über zu hohe Steuersätze, mit denen man international mit anderen Staaten nicht konkurrieren kann.

Dr. Klaus Potsch, 2201 Seyring

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