Leserbrief

Stiller Tourismus im Ausnahmezustand

Ein stiller Start, so begann die heurige Wintersaison. Der Ausnahmezustand prägte die Bilder vieler Wintertourismus-Gemeinden. Kein öffentliches und kulturelles Leben, kalte Betten, geschlossene Betriebe, geschlossene Grenzen. Der wirtschaftliche Abschwung ist hoffentlich nicht grenzenlos. Eine globale Pandemie zwingt uns diese Maßnahmen auf.

Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Es wäre Gefahr in Verzug für die öffentliche Gesundheit, nicht zu handeln. Solange das Virus nicht mit medizinischen Präparaten wirksam und flächendeckend eingedämmt werden kann, bis dahin bleibt uns nur Isolierung, sie ist derzeit alternativlos.

Seit der Nachkriegszeit hat Österreich einen Wintertourismus mit hohen Standards aufgebaut mit großen Kapazitäten in Hotellerie wie in Seilbahnförderleistungen. Ohne internationale Gäste sind diese Kapazitäten bei Weitem nicht ausgelastet und Leerstände kosten auch noch Geld. Ob Tourismus oder die Exportwirtschaft innovativer Produkte und Güter und Dienstleistungen in alle Welt - sie haben uns Arbeit, Einkommen und Wohlstand gebracht. Nur eine Wintersaison brachte eine Wertschöpfung von 14 Milliarden Euro ein, wir sind Gastgeber und werden es auch wieder. Es zeigt sich, wie wichtig offene Grenzen sind und dass es gute Verhältnisse zu den Nachbarländern braucht.

Nutzen wir auch diese Krise, uns mit elementaren Fragen zu beschäftigen, wie wichtig eine Grundversorgung und Daseinsvorsorge sind und dass es ein soziales Sicherheitsnetz braucht, um viele Menschen an Einkommen und Wohlstand teilhaben zu lassen. Nachträglich allen Lesern/-innen ein gesundes neues Jahr, tanken wir es auf mit Motivation und Kraft trotz allem.

Michael Leitner, 5632 Dorfgastein

Aufgerufen am 25.01.2021 um 02:24 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/stiller-tourismus-im-ausnahmezustand-98158804

Kommentare

Schlagzeilen