Leserbrief

Streik der ÖBB-Bediensteten

Die Infrastruktur der ÖBB hat derzeit über 20 Milliarden Schulden, die jährlichen Ausgaben für die Erhaltung der Eisenbahn sind bedeutend höher als das Budget für das Bundesheer und die Polizei zusammen. Die Zuschüsse für die Bahn betragen heuer 5,2 Milliarden Euro. Keine besonders günstige Wirtschaftslage der ÖBB. Es erscheint verständlich, dass es keine Golddukaten regnen kann.
Für mich sind die ÖBB-Bediensteten eine Art Beamte. Warum sollte die Gehaltsverbesserung höher ausfallen als bei Polizisten, Soldaten oder Pflegerinnen? Die Beamten bekommen eine sozial gestaffelte Gehaltserhöhung zwischen 2,51 Prozent für die hohen und 3,45 Prozent für die niedrigen Einkommen. Somit erscheint mir ein durchschnittliches Gehaltsplus für Eisenbahner von circa 3 Prozent als ausreichend.
Die Gremien der Eisenbahner- und Dienstleistungsgewerkschaft Vida fordern jedoch eine Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent und eine Einmalzahlung von 1.000 Euro für das fahrende Personal in der ÖBB und diversen Privatbahnen. Obwohl der Gewerkschaft ein "substanziell verbessertes Angebot" vorgelegt wurde, hielt sie am angekündigten Warnstreik fest, der auf Kosten der Kunden und Steuerzahler abläuft.
Überhaupt hat man den Eindruck, der marxistische Klassenkampf ist wieder in Mode gekommen, aber er wird die Probleme nicht lösen, es kommt zu einer gefährlichen Polarisierung der Gesellschaft.

Kurt Gärtner, 4600 Wels

Aufgerufen am 24.11.2020 um 11:05 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/streik-der-oebb-bediensteten-61585903

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