Leserbrief

Strom wird knapp

2030 soll Strom zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie stammen. Dies ist derzeit in Salzburg bei 75 Prozent der Fall. Im Sommer wird mehr Strom erzeugt als verbraucht. Im Frühjahr und im Herbst ist dies weitgehend ausgeglichen. Im Winter muss Strom derzeit importiert werden. Dieser Importstrom stammt beinahe zu 100 Prozent aus kalorischen Kraftwerken und auch aus Atomkraftwerken. Manche Experten gehen von einem Mehrbedarf von 2 Prozent pro Jahr aus. Dies ist viel zu wenig. Das wären nur 17 Prozent bis 2030. Meine Prognose ist über 50 Prozent. Der Grund ist die steigende E-Mobilität und der Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen bis 2050 Derzeit gibt es in Salzburg noch ca. 40.000! Das Winterloch lässt sich auch mit den boomenden PV-Anlagen nicht schließen, da diese im Winter nur wenig Strom produzieren. Auch die Erzeugung von Energie aus Biomasse (Holz, Biogas) hat nicht mehr viel Luft nach oben. Durch den Trend zu Luftwärmepumpen ergibt sich ein weiterer enormer Strombedarf im Winter. Es bleibt daher zu den zusätzlichen PV-Anlagen nur mehr die Windkraft übrig. Der auch in der Nacht produzierte Strom (Windkraft) kann auch in vorhandenen Speicherteichen für Beschneiungsanlagen (über 100 in Salzburg) zwischengespeichert werden. Es wäre dann auch bei einem Blackout eine regionale Stromversorgung sichergestellt (zeitlich begrenzt auf ca. zehn Tage). Es wäre lediglich eine Pumpleitung von ca. DN 20 Zentimeter zum Pufferbecken (neu) im Tal notwendig. Dieses Becken kann auch in den Hochwasserschutz eingebunden werden.

Ing. Josef Stöger, 5061 Elsbethen

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