Leserbrief

Strompreiserhöhung um drei Monate zu früh

Ohne nähere Erläuterungen zur Notwendigkeit der Preiserhöhung wurde bereits per 1.7.2018 der Haushaltsstromtarif um 5,6% (die Energiekomponente um 14%) erhöht. Das ist eine jährliche Kostenerhöhung von ca. 25 Euro pro Haushalt.
Laut deutschen Printmedien von Ende September 2018 läuft aber die Strompreiszonenregelung zwischen Deutschland und Österreich erst mit 1.10.2018 aus. Dann soll der Strompreis ansteigen. Dieses Ablaufdatum wurde mir von der E-Control Wien bestätigt. Die Salzburg AG war von 13 öffentlich-rechtlichen Stromgesellschaften das einzige Unternehmen, welches eine Strompreiserhöhung vorgenommen hat.
Unverständlich ist diese Aktion, weil für 2017 das beste Jahresergebnis seit Bestehen unseres heimischen Stromerzeugers verkündet wurde. Seit Fukushima 2011 war eine kontinuierliche Ertragsverbesserung festzustellen.
Dieser Wert, errechnet aus Gesamterlöse abzüglich Kosten für Materialeinkauf und Zukauf für diverse Leistungen, lag seit Gründung bis 2011 bei ca. 280 Mill. Euro jährlich. Davon wurden die Personalkosten und die Dividendenleistungen bestritten. 2017 war der vergleichbare Jahresüberschuss mit ca. 320 Mill. Euro gegeben und das nach mehrmaligen Preissenkungen des Haushaltstarifes. Sicherlich ist der Strompreis für diese Kundengruppe im Vergleich mit den anderen öffentlichen sehr günstig. Nur Tirol und Vorarlberg sind noch billiger.
Die Gründe für diese Entwicklung waren darin zu sehen, dass die Erlöse von 1,476 Mrd. Euro auf 1,271 Mrd. Euro, also um 205 Mill. gesunken sind. Im gleichen Zeitraum verbilligte sich der Einkauf für Material und sonstige Leistungen von ca. 1,2 Mrd. Euro auf 0,953 Mrd. Euro, um 247 Mill. Euro. Das führte zu dieser Ertragsverbesserung.
Auf Grund der in den letzten Wochen aufkommenden Beschwerden seitens der Salzburg-AG-Kunden hinsichtlich Qualität der Transportmittel, Intervallregelungen, Preisgestaltungen im Vergleich zu anderen Bundesländern (ausgenommen Haushaltsstrom) usw. wäre es dringend erforderlich, hier eine umfassende Unternehmensprüfung seitens des Salzburger Landesrechnungshofes durchzuführen. Das wäre nach fast 20 Jahren des Bestandes des Unternehmens auch im Interesse der wahren Eigentümer, das sind alle Salzburgerinnen und Salzburger. Ihr Anteil beträgt ca. 75% des Aktienkapitals.
Transparenz und Kontrolle wäre nicht nur hier angebracht.


Josef Doblinger, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 23.11.2020 um 09:04 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/strompreiserhoehung-um-drei-monate-zu-frueh-62047276

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