Leserbrief

SUPERGAU - nicht Super-GAU

Phonetisch klingt es gleich, erst beim Hinschauen merkt man den Unterschied zwischen den Wörtern. Diese Irritation ist natürlich provozierend, will aber genau das Bewirken. Das differenzierte Hinschauen, Hinhören, Hinterfragen.
Der Gau kann nichts dafür, dass er phonetisch wie die Abkürzung zum Größten anzunehmenden Unfall klingt und auch nichts dafür, dass das Wort "Gau" Assoziationen zum Dritten Reich evoziert. Gau ist viele hundert Jahre alt und kommt etymologisch aus dem Althochdeutschen und ist ein Begriff für bestimmte Landschaften und Regionen.
Für ein Festival, das alle zwei Jahre in verschiedenen Gauen stattfindet, kommt ein Festivaltitel wie dieser vielleicht gerade recht, um sowohl "Super" - eigentlich positiv - und Gau neu aufzuladen.
Für uns steckt im Begriff "Super" auch eine Kraft - eine Superkraft, die es braucht, um wirklich etwas zu bewegen und um Menschen in Austausch und Diskussion zu bringen. Es braucht eine mutige Kunst, die polarisiert, begeistert und verstörend sein darf. Wir wollen, dass das Festival ein lustvolles, lebendiges und aufwühlendes Ereignis sein kann.
Wir finden: Das ist ein hoch gestecktes Ziel, aber ein super Vorhaben.

Tina Heine und Theo Deutinger (künstlerische Leitung) o ignored, 5542 Flachau

Aufgerufen am 08.12.2021 um 09:02 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/supergau-nicht-super-gau-78753838

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