Leserbrief

Tablets an Pflichtschulen: Nein Danke!

In vier oberösterreichischen Neuen Mittelschulen arbeiteten acht Klassen eineinhalb Jahre lang mit Tablets. Nun wurde der Einsatz im Unterricht "wissenschaftlich" evaluiert. Fragen wie "Wie können Tablets an Schulen sinnvoll eingesetzt werden?" und "Was bringen die handlichen Computer den Schülern?" sollten laut der für Bildung zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander schlüssig beantwortet werden. 81 Prozent der Schüler/-innen geben an, sich mit dem Tablet besser auf den Lehrstoff konzentrieren zu können, drei Viertel glauben, dass sie dank des Tablets Lerninhalte besser verstehen. No na?! Entgegen der angeblichen Zielsetzung der verantwortlichen Politikerin war das Ziel der Befragung laut deren Leitung herauszufinden, wie Tablets bei den Schüler/-innen wirken und ankommen, nicht etwa das Messen des Lernerfolgs. Warum machte sich niemand die Mühe wirklich wissenschaftlich zu arbeiten? Er bzw. sie hätte dann nämlich feststellen müssen, dass es bislang weder Hinweise geschweige denn seriöse Erfahrungen darüber gibt, dass digitale Medien in diesem Alter die Qualität des Unterrichts effektiv verbessern. Im Gegenteil! Dazu Prof. Dr. Manfred Spitzer: "Es wird Zeit, dass wir digitalen Hype durch belastbare Fakten ersetzen, auch und gerade wenn es um nichts weiter geht als die Gesundheit und die Bildung der nächsten Generation. Wir dürfen nicht wegschauen und diese Entwicklung nicht einfach so weiterlaufen lassen. Denn damit liefern wir unsere nächste Generation den Profitinteressen von Firmen wie Apple, Google, Microsoft, Facebook und Amazon aus. Das ist verantwortungslos, denn kein Profit der Welt ist wichtiger als unser höchstes Gut: unsere Kinder!"


Dipl. Päd. Walter Koren, 4560 Kirchdorf

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