Leserbrief

Teiltauglichkeit ist nicht die Lösung

Im Leitartikel vom 9.3. mit dem Titel "Teiltauglichkeit kann nur Teil der Lösung sein" ruft Marian Smetana dazu auf, Maßnahmen zu setzen, damit junge Männer wieder fitter werden, anstatt nur die Tauglichkeitskriterien herabzusetzen. Das ist gut und richtig, aber doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein im Bemühen, den eklatanten Mangel an billigen Arbeitskräften - denn nichts Anderes sind Zivildiener - im Gesundheits- und Sozialbereich zu bekämpfen. Die einzig richtige und nachhaltige Lösung wäre es, auch junge Frauen zum Zivil- und Wehrdienst einzuziehen.
Anlässlich des Weltfrauentages wurde richtigerweise wieder einmal die vollständige Gleichstellung von Männern und Frauen in allen Lebensbereichen eingemahnt. Gleiche Rechte zu fordern, heißt aber für mich auch, sich den gleichen Pflichten zu stellen, in diesem Fall der Wehrpflicht.
Ich, die allermeisten meiner Kollegen, mit denen ich gesprochen habe, und sogar die Mädchen, die bei uns das Freiwillige Soziale Jahr absolvieren, halten es für ausgesprochen ungerecht, dass wir jungen Männer 6 bzw. 9 Monate vom Staat einkassiert werden und junge Frauen nicht. Diese Ungerechtigkeit entbehrt jeglicher moralischer Grundlage.

Benedikt Zobler, Zivildiener, 5440 Golling an der Salzach

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