Leserbrief

The art of sustainable living…

Das ist der Grundsatz, auf dem die Werbekampagne des neuen Luxusresorts am Pass Thurn basiert. Doch leider trügt der Schein, wie Sie vielleicht in den letzten Wochen aus den Medien entnehmen konnten. Einen elektrisch betriebenen Porsche als Argument für nachhaltiges Hausieren am Zweitwohnsitz vorzuschieben, ist nicht mehr als ein schlechter Witz. Was viele Leute wahrscheinlich noch gar nicht mitbekommen haben, ist jener Fakt, dass die neuen Bauwerke mit dem Namen Kitzbühel beworben werden, obwohl sie knapp auf Pinzgauer Boden steht.
Die neue Welt der Reichen am Pass Thurn ist im Pinzgau leider nicht das einzige Projekt dieses Ausmaßes. Doch eine Sache unterscheidet das Resort von jeglichen anderen Projekten im Alpentourismus. Um knapp 4,5 Hektar "nachhaltig" zu bebauen wurden Grenzgebiete des erst 2015 erweiterten Naturschutzgebietes Wasenmoos von der Bundesforste als Staatsbetrieb verkauft und infolge dessen von der Gemeinde Mittersill als Bauland ausgewiesen. Es sei nebenbei erwähnt, dass Mittersill eine Zweitwohnsitzbeschränkungsgemeinde ist. Doch damit nicht genug! Im Winter verläuft durch dieses Gebiet eine wunderschöne Langlaufloipe, die den Einheimischen als Naherholungsgebiet dient. Wie soll das in Zukunft ausschauen? Sollen wir zwischen den Chalets durchlaufen und als Panorama die Superreichen beim Baden sehen? Meine Absicht wäre das definitiv nicht!
Mitunter eins der größten Probleme das durch den rücksichtslosen alpinen Tourismus in unserer Gegend entsteht, ist die Abwanderung der jungen Bevölkerung. Man könnte ja schon fast den Eindruck gewinnen, es würde nur mehr für die Auswertigen gebaut und keine Rücksicht mehr auf die Einheimischen genommen. Aufgrund dessen zieht es junge Leute vom Pinzgau weg. Sie können sich einfach keine Wohnung oder überhaupt einen Baugrund leisten.
Um jene Problematik zu bewältigen, müssen die regionalen Politiker der Wahrheit in die Augen schauen und die Raumordnung kompromisslos einhalten. Man kann auch als Politiker durchaus mal zu einem umstrittenen Projekt wie am Pass Thurn Nein sagen und die Interessen der Bevölkerung in den Vordergrund stellen. Wenn es so weitergeht, wird unsere schöne Heimat bald ausverkauft sein!
Trotz aller Kritik muss man auch als Gegner dieses Projekts realistisch bleiben. Man kann dieses Bauwerk nicht mehr verhindern. Die Baugenehmigung ist vorhanden und der Baustart bereits erfolgt. Doch was wir in unserer Situation machen können, ist eine Forderung an den Geldgeber zu stellen. Zum Beispiel könnten Sie 1 Prozent des Bauvolumens an die umliegenden Gemeinden abgeben. Mit dieser Summe kann man wiederum Gutes für unsere schöne zumindest teils noch unberührte Heimat tun.
Eine konkrete Idee wäre, dass wir diese Mittel in Aufforstungsprojekte im Umland investieren und die uns geraubten 4,5 Hektar woanders wiederherstellen.
Wir müssen aus diesem Projekt lernen und unsere Heimat besser schützen, um auch den zukünftigen Personen eine lebenswerte Umwelt zu geben! Wichtig wäre zudem noch eine Bewusstseinsschärfung der jungen Generationen in der Schule, damit sie vielleicht mit Ihrem Lebensraum in Zukunft sorgfältiger umgehen!

Nico Daxer, Schüler, 5723 Uttendorf

Aufgerufen am 19.11.2019 um 08:30 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/the-art-of-sustainable-living-77780563

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