Leserbrief

Thielemann wird hinausgeekelt

Als Freund der Salzburger Osterfestspiele bin ich nach Lektüre der Berichte über die geplante "Doppelspitze" sprachlos gewesen. Nach dem geglückten Engagement der einmaligen "Wunderharfe" Staatskapelle Dresden mit ihrem charismatischen Dirigenten hatte man den Eindruck, hier hat sich die Theorie der "Win-win-Situation" eindrucksvoll erfüllt, bestätigt durch die allgemeine gute Stimmung während der Festspielwoche und die großartigen Opernaufführungen und Konzerte der letzten Jahre. Der Bericht lässt jedoch bei nüchterner Betrachtung keinen Zweifel, auch wenn es der Landeshauptmann schönzureden versucht: Es gibt offenbar starke Interessen, Herrn Thielemann aus Salzburg zu entfernen und Herrn Bachler hier unbedingt zu inthronisieren. Die Vorstellung, dass zwei offenbar so gegensätzlich ausgeprägte "Alphatiere" hier nach mühsamen Kompromissfindungen zusammen arbeiten können, ist naiv. Dazu ist das Festival zu überschaubar und zu klein, es wäre auch mit Sicherheit dem künstlerischen Schaffen abträglich.
Als laienhafter Betrachter bleibt man ratlos zurück. Ob die im Hintergrund wirkenden Kräfte diese Veränderung zum Besten Salzburgs bezwecken, wird abzuwarten sein.

Thomas Gasser, 6020 Innsbruck

Aufgerufen am 19.09.2019 um 12:08 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/thielemann-wird-hinausgeekelt-61183702

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