Leserbrief

Tiefe Garagenlogik

Bahnbrechende Erkenntnisse brachte nach Medienberichten eine Studie über die Nutzung der Altstadtgarage. Offenbar wird diese für den Besuch der Altstadt verwendet, offenbar entspricht der Anteil der weiblichen (Mit-)Fahrerinnen dem Anteil der Frauen in der Bevölkerung und offenbar kann daraus der messerscharfe Schluss gezogen werden, dass die Mönchsberggarage das Tor zur Altstadt ist und Frauen mehr einkaufen als Männer. Schließlich wird dies als hartes Indiz für den notwendigen Ausbau der Garage eingestuft. So nach dem Motto: Dann kommen noch viel mehr kauffreudige Frauen in die Altstadt. Mit Marketingkonzepten aus dem Mittelalter wird offenbar verzweifelt versucht, jede verkehrspolitisch vernünftige Lösung für die Salzburger Innenstadt zu untergraben.
Wie wäre es, noch weitere Tiefgaragen ringförmig rund um die Altstadt zu bauen? Nach dieser Garagenlogik müsste damit ja die Attraktivität der Altstadt ins Unermessliche steigen. Die Anzahl der Autos, die zusätzlich in die ach so verkehrsarme Innenstadt strömen, übrigens auch. Das Traurige daran: Solche Studien werden mit Steuergeldern finanziert und niemand unternimmt etwas gegen einen solchen Schwachsinn!


Karin Fischer, 5020 Salzburg

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