Leserbrief

Trauerspiel um Strom in Österreich

Der Nettostromimport nach Österreich ist laut E-Control im letzten Jahr um unglaubliche 47 Prozent gestiegen. Bis Ende 2018 hat dessen Anteil am Stromverbrauch unrühmliche 15 Prozent erreicht. Es ist Strom der u.a. aus den Kohle- und Atomkraftwerken der Nachbarländer kommt. Statt Erzeugung im Inland, verbunden mit Wertschöpfung und Arbeitsplätzen bezahlen wir teuer für die Stromimporte.
Dies ist kein Ruhmesblatt unserer Energiepolitik. In den letzten Jahrzehnten wurde der Ausbau unserer Wasserkraft mit dem Argument, dass wir Stromexporteur wären, behindert. Jetzt wird der Ausbau erneuerbarer Energie sehr halbherzig betrieben oder behindert, siehe z.B. Genehmigung von Windkraftanlagen in Salzburg. Deutschland erzeugt bereits 40 Prozent des Stroms mit Sonne, Wind und Biomasse. Damit sind mehr als 300.000 Arbeitsplätze mit den erneuerbaren Energien entstanden. Jährlich entsteht eine Wertschöpfung von 30 Milliarden Euro aus Investitionen und Betrieb. Und 10 Milliarden Euro werden an Energieimporten gespart und 178 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen werden vermeiden. Und wie schaut es in Österreich aus: Wir rühmen uns mit unserer vorbildlichen Umweltbilanz, die durch unsere bestehenden Wasserkraftwerke geschönt wird und importieren von Jahr zu Jahr mehr Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken.


DI. Dr. Thomas Reisner, Sachverständiger für Energieanalgen, 5020 Salzburg

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