Leserbrief

Tschechischer Investor sperrt Aluwerk zu

Zum Leserbrief "Lend ist ein ,Erfolg' der Gewerkschaft" (SN vom 30. 10.):
Wie Herr Mag. Fischill in diesem Leserbrief ausführt, sollen wieder einmal die Gewerkschaft und die Linke schuld sein, dass ein Leitbetrieb wie die Aluminium Lend GmbH geschlossen wird. Der Betreiber der Werke ist die tschechische MTX Group AG mit Sitz in Prag. Die Holding befindet sich im alleinigen Aktienbesitz von Petr Otava. Wie schon in einem Artikel in den SN erwähnt, dürfte es dem besagten tschechischen Investor nicht um den Betrieb und die Arbeitsplätze gegangen sein, sondern um das Wissen und die Erfahrung, um diese dann in seinen weiteren Betrieben weltweit einzusetzen. Warum wird nach eineinhalb Jahren einfach Schluss gemacht und werden auch die Mitarbeiter nicht persönlich informiert?
Der Geschäftsführer der Firma in Tschechien war bisher für die Gemeinde Lend nicht zu erreichen. Dieses Verhalten ist sehr zynisch und wirkt geplant. Es wurden ja große Hoffnungen in den besagten tschechischen Investor gesetzt. Darum finde ich es einfach unverständlich, wenn Herr Mag. Fischill wieder einmal die sogenannte Linke zur Schuldigen macht, dieser unterstellt, sie sei auch schuld, wenn andere Betriebe Österreich verließen. Das stimmt ja nicht, denn allein in Wien und Niederösterreich haben sich wieder etliche Betriebe mit Weltgeltung angesiedelt. Weil den CEOs dieser Firmen geht es nicht in erster Linie um Lohndumping, sondern sie schätzen den sozialen Frieden und die Tüchtigkeit der Mitarbeiter. Österreich kann ja nicht mit den Osteuropäern, wo die Löhne im Monat 400 bis 600 Euro betragen, mithalten, und schon gar nicht mit den asiatischen Ländern. In Österreich kostet eine mittelgroße Wohnung 800 Euro. Es ist auch zu hinterfragen, mit welchen Methoden jemand in einem Land, wo die Arbeitnehmer sehr wenig verdienen und deshalb zum Arbeiten nach Österreich kommen, in einigen Jahren zum Milliardär wird. Dass die Arbeitslosigkeit in Österreich derzeit noch sinkt (360.000 Arbeitslose sind immer noch sehr viele), ist nur der derzeit weltweit guten Konjunktur und auch noch dem Bemühen der vorhergehenden Regierung zu verdanken. Wenn die Konjunktur demnächst angeblich wieder abflacht, wird die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen, ich bin gespannt, was die heutige Regierung dann dagegen unternimmt.

Roswitha Tiemessen, 3031 Rekawinkel

Aufgerufen am 22.08.2019 um 07:25 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/tschechischer-investor-sperrt-aluwerk-zu-60599800

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