Leserbrief

Überförderung der Gastronomie?

In der letzten Zeit mehren sich die Schlagzeilen zur sogenannten Überförderung der Gastronomie- und Hotelbetriebe. Subjektiv hat man in der Branche das Gefühl, dass die Restaurants und Hotels für die hohen Infektionszahlen verantwortlich sind, und dafür wird die gesamte Branche über einen Kamm geschert und permanent geprügelt. Keine andere Branche wurde derart gequält, ihre Gäste und Kunden zu überprüfen. Natürlich wurden die Tourismusbetriebe gefördert und haben Hilfszahlungen erhalten. Natürlich musste das Personal behalten werden und natürlich musste investiert werden mit diesen Hilfsgeldern. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Menschen glauben, die Tourismusbetriebe hätten sich das Geld in die Hosentasche gesteckt. Dem ist leider nicht so, mit vielleicht einigen wenigen Ausnahmen. Das sogenannte "geschenkte Geld" musste investiert werden und auch die Mitarbeiter mussten weiter bezahlt werden. Zwanzig Prozent der Kosten für das Personal blieben sowieso bei dem Unternehmen hängen, denn dieser Teil wurde nicht subventioniert. Natürlich wird es auch Unternehmen geben, denen die Kurzarbeit entgegenkam, und der eine oder andere hat vielleicht nicht so genau abgerechnet. Dafür gibt es Kontrollmechanismen und das nicht investierte und vermeintlich zu viel erhaltene Fördergeld muss am Ende des Jahres sowieso versteuert und zurückbezahlt werden. Das betrifft nicht nur Tourismusbetriebe! Wenn ein Unternehmen wie Starbucks, das keine Steuern in Österreich bezahlt, gefördert wird, ist das eine einmalige Schlagzeile wert! Wenn Menschen Entscheidungen treffen für die Wirtschaft, die jedes Monat ihr Geld fix am Konto haben und sich darüber keine Gedanken machen müssen, welche Auswirkungen die Pandemie auf die betroffenen Branchen und Menschen hat, merkt man, wie nah sich immer der Nächste ist. Hauptsache, mir geht es gut. Ein bisschen Bedauern - und oje, ihr Armen . . . Äußerst peinlich, das Verhalten von Runtastic-Millionär Florian Gschwandtner, auf einer Party ausgelassen zu feiern und dann auch noch Bilder zu posten. Vielleicht übernimmt er die Strafe für den Gastronomen und hoffentlich wird er bestraft für diese Dummheit sowie alle anderen Teilnehmer. Vielleicht braucht es wieder einen Experten wie Florian Gschwandtner in der ÖVP-Regierung "Think Austria" im Umgang mit der Coronapandemie - unentgeltlich vielleicht?

Alexandra Priewasser, 5400 Hallein

Aufgerufen am 29.05.2022 um 02:14 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/ueberfoerderung-der-gastronomie-115684000

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