Leserbrief

Überlastung der AMS-Mitarbeiter

Die Mitarbeiter des AMS haben in der Corona-Zeit sicher vorbildliche Arbeit geleistet, sie waren eher zurückhaltend in ihren Auftritten vor den Medien und es gab auch kaum Hinweise auf Fehler, die bei dieser Arbeitsüberhäufung passierten. Offensichtlich hat man aber übersehen, den Betriebsrat zum Wort kommen zu lassen, sodass wir als Genießer der öffentlichen Medien mehrmals täglich hören, dass der Personalstand bei AMS unbedingt um mindestens 650 Mitarbeiter aufgestockt werden muss. Als Grund dafür werden folgende Zahlen genannt: Die 5500 AMS-Mitarbeiter haben in den zurückliegenden vier Corona-Monaten insgesamt 73.000 Überstunden leisten müssen. Eine einfache Rechnung ergibt also durchschnittlich etwa 3,5 Überstunden pro Mitarbeiter und Monat. Vielleicht ist eine so einfache Rechnung nicht ganz zulässig, aber die Richtung stimmt sicher. Und 3,5 Überstunden pro Monat sind sicher keine Zahl, die einen Menschen an den Rand der Leistungsfähigkeit bringt - das könnte man sich ja durch Mitarbeiter aus der Privatwirtschaft oder durch selbstständige Unternehmer bestätigen lassen. Außerdem bin ich überzeugt, dass diese Mehrleistung korrekt bezahlt wird und für die AMS-Mitarbeiter ein kleines Zubrot bedeutet, gegen das sie wahrscheinlich nichts haben. Es scheint also so, dass sich der Betriebsrat hier in Szene setzen will und nicht bedenkt, dass wir ja alle hoffen können, dass die Coronakrise irgendwann vorbei sein wird und dann die 650 zusätzlichen Mitarbeiter auf Dauer das Budget belasten werden mit angeblich 30 Millionen pro Jahr - denn man wird diese ja nicht bei dann sinkenden Arbeitslosenzahlen wieder entlassen wollen. Also bitte seht diese Zeit als Krisenzeit, in der einfach jeder, der Arbeit hat, eine gewisse Mehrleistung erbringen sollte.


Manfred Lackner, 5020 Salzburg

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