Leserbrief

Umweltschutz darf nicht stehen bleiben

Ohne Eindämmung des Flächenfraßes und Verhinderung des großflächigen Gifteinsatzes kommen wir unseren Zielen nicht näher. Beide Themen sind aber in der Regierung tabu. Gegen die Einschränkung des Flächenfraßes, täglich etwa 20 Fußballfelder, wehren sich die Kommunen. Bei der Verhinderung von Glyphosat die Agrarindustrie. Bereits 2019 wurde im Nationalrat beschlossen, dass in Österreich kein Glyphosat mehr eingesetzt werden darf. In falscher Rücksichtnahme auf die Europäische Union setzte unsere Regierung den Nationalratsbeschluss aus.

Seit Anfang 2021 ist der Einsatz von Glyphosat in Luxemburg verboten. Wir sehen also erstens, ein totales Verbot ist auch in der EU möglich, und zweitens, dass die Lobbies der Regierung mehr wert sind als unsere Gesundheit. Vom Naturschutz ganz zu schweigen.

Der Treppenwitz dabei ist, wir Steuerzahler tragen jährlich etwa 440 Millionen Euro für saubere und gesunde Bewirtschaftung der Böden bei. Wovon neben den Bauern auch die Agrarindustrie profitiert. Der Verteilungsschlüssel ist unbekannt. Zur Demokratie fehlen uns die in der Schweiz vorhandenen Voraussetzungen.


Reinhard Steindl, 5164 Seeham

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