Leserbrief

Unabsehbare Folgen für das gesamte Wallersee-Gebiet

Zum Ausbau der Hochleistungsstrecke zwischen Köstendorf und Salzburg gibt es viele offene Fragen. Welche Behörde hat das Recht und die Macht, das Wohl einer Steinkrebspopulation (die die Deponie im Steinbachgraben verhindert) über das Wohl von Hunderten von Menschen, ganzen Siedlungen, von anderen Tieren und Pflanzen zu stellen? Denn diese Entscheidung trägt dazu bei, dass eine Landschaft im Grenzgebiet zu Seekirchen in biblischem Ausmaß zerstört wird. Die Folgen für das Naherholungsgebiet Natura 2000 Wenger Moor und für das gesamte Wallersee-Gebiet sind unabsehbar. Wie kurzsichtig muss eine Gesellschaft sein, die so etwas zulässt.

Welches (staatliche) Unternehmen hat das Recht und die Macht, ein Projekt zu realisieren, bei dem die Lebensgrundlagen und die Lebensqualität von Hunderten von Menschen über Jahrzehnte beschädigt wird, ihre Häuser, Wohnungen und Grundstücke massiv an Wert verlieren, eine wunderbare Landschaft auf Dauer ausradiert wird, wo über Jahrzehnte Menschen in einer Staub- und Lärmwolke versinken, weil tausend Lkw-Fahrten täglich ein normales Leben unmöglich machen? Wenn ein Kind 2026 in Köstendorf geboren wird, hat es bis zu seiner Volljährigkeit nur auf einer Baustelle gewohnt. Und uns allen fehlt wohl jede Vorstellungskraft, welche unvorhersehbaren Ereignisse noch auf uns zukommen werden.

Dr. Petra Moser-Demski, Dr. Herbert Moser, 5201 Seekirchen

Aufgerufen am 03.12.2020 um 09:25 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/unabsehbare-folgen-fuer-das-gesamte-wallersee-gebiet-93082060

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