Leserbrief

Unbedankte Politik

Die Frage "Darf man Politiker loben?" liegt mir schon lange am Herzen, weil die letzten Monate durch die Coronapandemie auch die Politiker/-innen und all diejenigen in der zweiten und dritten Reihe einen außergewöhnlichen Einsatz leisten. Dafür meinen großen Respekt und meinen herzlichen Dank!
Die Politik muss das Gemeinwohl im Auge behalten, das ist gar nicht so einfach und entspricht oft nicht der persönlichen Wahrnehmung und Befindlichkeit von Bevölkerungsgruppen. Da gibt es dann massive Kritik, von Diktatur, Freiheitsentzug und Lügenpresse wird gesprochen. Wobei die guten Medien sehr bemüht sind, uns verschiedene Standpunkte aufzuzeigen und sinnvolle Maßnahmen verständlich zu machen. Sorgen machen mir eher die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die erst jetzt in den Vordergrund rücken. Sollen wir wirklich wieder zurück auf die alten Schienen oder wäre nicht jetzt die Chance zu grundlegenden Reformen, die die Lebensgrundlagen aller Menschen sichern können? Da gebe ich der Existenzwirtschaft und ökologischen Notwendigkeiten eine gute Chance. Um jeden Preis ist der soziale Ausgleich und damit der soziale Friede zu sichern. Mit dem Einkommen müssen die Menschen auskommen und eine gewisse Lebensqualität gesichert wissen. Ohne Umverteilungssteuerung wird das allerdings schwer möglich sein. Demokratie lebt von Dialog und Engagement. Auch in Bezug auf Bürger/-innen-Engagement braucht es unterstützende Hilfen. Politik kann nicht alle Wünsche abdecken, jedoch einen Rahmen sichern, der individuelle und gemeinschaftliche Mitgestaltung ermöglicht.


Anton Wintersteller, 5201 Seekirchen

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