Leserbrief

Und doch noch einmal Festspiel-Logo

Die zahlreichen Reaktionen, Kommentare, Leserbriefe auf den Beitrag des Historikers Walter Thaler, in dem er die fragwürdige Rolle der Grafikerin Poldi Wojtek, deren Entwurf von 1928 nahezu unverändert die Salzburger Festspiele grafisch repräsentiert, thematisiert, zeigt vor allem eines: Den nach wie vor schlampigen Umgang anscheinend vieler mit der Vergangenheit Österreichs. Denn unbestritten und historisch belegt ist: Leopoldine Wojtek bewegte sich schon früh in einem nationalsozialistisch geprägten Umfeld. Vater, Schwester und auch ihr späterer Ehemann K. Mühlmann machten in der NSDAP Karriere, sie selbst war vielbeschäftigte Grafikerin für nationalsozialistisches Propagandamaterial, sie bewohnte die arisierte Villa einer im KZ ermordeten Jüdin.
All das soll die "außergewöhnliche" Qualität ihres Logos nicht schmälern?


Dr. Markus Groß, 5110 Oberndorf

Aufgerufen am 18.02.2019 um 03:11 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/und-doch-noch-einmal-festspiel-logo-64234288

Schlagzeilen