Leserbrief

Und wie würden wir handeln?

Die herzzerreißenden Bilder und Videos der letzten Wochen gehen vielen Leuten unter die Haut. Ich vermute, ein großer Prozentsatz der Menschen in diesem Land besitzt so etwas wie Empathie. In der Flüchtlingsthematik gibt es leider kein Richtig oder Falsch. Das sind die Bösen und wir die Guten. Das Schwarz-Weiß-Prinzip funktioniert, wie bei so vielen anderen großen Fragen, einfach nicht. Es ist eine Realität und einer Realität muss man sich stellen, egal welche politische Agenda verfolgt wird. Moria ist nicht normal, Migration ist normal. Rein hypothetisch: Was wäre, wenn bei uns plötzlich Krieg, Terror und Naturkatastrophen ausbrechen würden? (Letzteres vermutlich bald.) Was machen wir? Bleiben wir? Kämpfen wir? Für unser Vaterland? Zum Glück sind wir im Jahr 2020 schon etwas weiter, als noch zu damaligen Zeiten - vermutlich. Ich glaube, jeder von uns, würde als erstes auf sich selbst und seine Familie schauen. Ein natürlicher Instinkt. Glauben Sie ernsthaft, dass sich jemand, in so einer Situation, von Grenzen aufhalten lässt. Wir müssen damit rechnen, dass dies erst der Anfang von Fluchtbewegungen sein wird.

Integration ist ein sensibles Unterfangen und beide Seiten müssen daran arbeiten und aufeinander zugehen, das ist mir bewusst. Ich appelliere trotzdem an Sie, das Gespräch mit BK Kurz zu suchen und ihn versuchen zu überzeugen, Menschen aus Griechenland aufzunehmen. Im Sinne einer christlich-sozialen Partei. Es geht hier nicht um Symbolpolitik, wie des Öfteren zu lesen ist, sondern um Empathie. Was wäre, wenn wir an ihrer Stelle wären.
P.S.: Ich glaube, im Bundesland Salzburg stehen mehrere Flüchtlingsunterkünfte leer.

Pascal Moser, 5023 Salzburg

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