Leserbrief

Unfälle mit Schienenfahrzeugen

Der diesbezügliche Bericht im Lokalteil der SN vom 5. 2. liegt leider genau auf der Ebene, auf der über Unfälle mit Bahnlinien in allen Medien berichtet werden. Es wird immer so dargestellt, dass bei oberflächlicher Betrachtung eine scheinbare "Schuldfrage des Schienenbetriebs" unterstellt werden könnte. Tatsache ist jedoch, dass bei Kollisionen zwischen Straßenbenützern und Schienenfahrzeugen nahezu immer der andere Verkehrsteilnehmer schuld ist. Auch unübersichtliche Bahnübergänge sind keine Entschuldigung für sorgloses Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer! Schienenübergänge - und seien sie noch so "rostig" - dürfen nur mit besonderer Sorgfalt überquert werden, damit man sich selbst nicht leichtsinnig der Lebensgefahr aussetzt. Der längere Bremsweg des Schienenfahrzeugs ist Faktum. Wer sich darüber hinwegsetzt, spielt mit seinem Leben. Dass das auch extrem rücksichtslos gegenüber dem betroffenen Lokführer ist, den man schwerer psychischer Belastung aussetzt, sei nur nebenbei erwähnt.
Jedenfalls sind Schienenfahrzeuge bei uns in Mitteleuropa nahezu unfallfrei unterwegs, außer leichtsinnige Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger sind verantwortungslos unterwegs. Von der medialen Berichterstattung über solche Kollisionen sollte man erwarten können, dass sie - auch auf den ersten oberflächlichen Blick - den eindeutig Schuldigen in den Vordergrund stellen.


Günter Braun, 1020 Wien

Aufgerufen am 25.10.2020 um 03:52 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/unfaelle-mit-schienenfahrzeugen-65409751

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