Leserbrief

Unfug Straßenumbenennungen

Frau Rupertewna (SN vom 24. Februar 2020) hat völlig Recht, wenn sie Straßenumbenennungen kritisiert. Als Langzeit-Vorsitzender der Salzburger Ortsnamenkommission (SONK) habe ich mich immer vehement und erfolgreich eingesetzt, dass der real- und nationalsozialistische Unfug der Umbenennung von Siedlungen (z. B. Zarizyn - Stalingrad - Wolgograd in Russland) sowie von Verkehrswegen (z. B. Auerspergstraße - Straße der SA - Auerspergstraße in Salzburg-Stadt) unterbleibt. Unsere Sozialdemokraten und Grünen in der Stadt sind aber offensichtlich würdige Nachbeter dieses Unfugs, wenn sie aus gut gemeinter politischer Korrektheit Umbenennungen von Verkehrsflächen immer wieder fordern. Unsere Altvorderen haben sich aber etwas gedacht, wenn aus der damaligen Sicht und den Zeitumständen Personen mit einem Straßennamen geehrt wurden. Das ist damit zu einem Teil unseres regionalen Selbstverständnisses geworden. Das haben wir daher als kulturelles Erbe zu respektieren und zu pflegen. Aus einem überflüssigen neuen Kulturkampf sollten Toponyme (geographische Namen) herausgehalten werden.

Prof. Dr. Gerhard L. Fasching, SONK-Altvorsitzender, 5101 Bergheim

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