Leserbrief

Unsere Verantwortung für die nächsten Generationen

Strommastenwahnsinn 380 KV Leitung im Salzburger Naherholungsgebiet Nockstein und unsere Verantwortung für die nächsten Generationen
Fiktives Gespräch 2040 (das hoffentlich nie stattfinden wird):

Enkelin (E): Unser Ausflug auf den Nockstein ist super Opa, aber diese Riesenmasten die da stehen, die verschandeln ja diese wunderbare Landschaft. Ich bin sehr froh, dass so etwas Hässliches schon lange nicht mehr errichtet werden darf. Diese Monster sind wahrscheinlich irgendwann im letzten Jahrhundert gebaut worden - zu einer Zeit als die Technik noch nicht so weit war und man solche Umweltverbrechen eben nicht verhindern konnte.
Großvater (G): Nein nein, die sind in den 20iger Jahren dieses Jahrhunderts gebaut worden, obwohl es damals schon Stand der Technik war, Stromleitungen zu verkabeln.
E: Aber warum? Hat sich damals niemand aufgeregt?
G: Und ob! Es hat da viele Initiativen gegeben und sehr viele Menschen haben sich mit enormem Einsatz sehr kreativ engagiert, um diesen Wahnsinn zu verhindern. Die Betreibergesellschaft hat das alles ignoriert. Diese Sturheit war einfach unfassbar. Profitgier? Engstirnigkeit?
E: Aber die Politiker, haben die nichts dagegen unternommen?
G: Naja, da gab es schon einen Salzburger Bürgermeister, ich glaube Schaden war sein Name. Der hat sogar mit aktionistischen Methoden dagegen protestiert. Aber dann kam es zu einer politischen Wende und die nachkommenden Politiker*innen waren an dem Thema nicht mehr besonders interessiert. Die redeten sich dann auf die Gerichte aus - als ob es Sache der Gerichte wäre, darüber zu entscheiden, mit welcher Technik etwas gebaut wird und nicht Sache der Politiker*innen, die ja maßgeblich in der Betreibergesellschaft vertreten waren.
E: Und die Medien, haben die nichts bewirken können?
G: Naja - da gab es damals den starken Wunsch vieler Menschen - speziell gegenüber der lokalen Tagespresse - wesentlich ausführlicher über den Widerstand zu berichten und den Protest stärker zu unterstützen und die vorrangige Wichtigkeit dieses umweltpolitischen Problems in Salzburg zu vermitteln.
E: Eine sehr traurige und unfaire Geschichte.
G: Finde ich auch.


Dr. Gerhard Walter, 5023 Salzburg

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