Leserbrief

Unsinn ohne Grenzen

Die Gastronomie zählt für mich zu den sichersten Orten in diesen Coronazeiten, weil alle beim Eintreten bereits kontrolliert werden.

Die Gastronomie muss heuer zu Silvester jedoch um 22 Uhr schließen, zu einer Zeit, als wir vor Jahren eigentlich erst feiern gingen. Erreicht wird das private, unkontrollierte Feiern und ein Umsatzplus in den Supermärkten. Die armen Kassiererinnen!

Bestärkt werden die Menschen in der Stadt noch mit der Aussage "Es ist besser, einen Spaziergang durch die Stadt zu machen!"

Ein neues Erlebnis, vorbei an verschlossenen Wirtshaustüren, die Auslagen bewundern oder aufs Feuerwerk mit Musikuntermalung warten. Dazwischen ein tiefer Griff in den mitgetragenen Proviant- und Getränkesack.

Aber auch dieses Altstadtfeuerwerk ist kontraproduktiv. Man muss es zudem als Skandal bezeichnen.

Abgesehen von der Belastung der Umwelt durch Schwermetalle wie Aluminium, Arsen, Barium, Blei, Cäsium und Selen hinterlässt es jede Menge Müll - weit verstreut auf Wiesen und Grünflächen, die von der Müllabfuhr nicht erreicht werden etc., etc. Dass um Mitternacht dann die Abstandsregeln eingehalten werden, glaubt sicher auch der größte Optimist nicht.

Ein Erlebnis der besonderen Art ist das Feuerwerk vom Gaisberg aus. Hier können viele Feuerwerke bestaunt werden, private jeder Größe. Das Wettrüsten mit den Nachbarn kann sich endlich entladen - wer zaubert die schönsten, größten und teuersten Raketen in den Neujahrshimmel?

Und da wird sich der Stadtchef irren, wenn er meint, dass "der Gaisberg wegen der Gastroschließung um 22 Uhr an Attraktivität verlieren wird". Man braucht kein Prophet zu sein, wenn sich da nicht dasselbe abspielen wird, wie ich bereits oben angeführt habe. Die Müllabfuhr wird nicht überrascht sein.

Und was denkt sich Dr. Willi Schwarzenbacher, der Initiator der Gaisberg-Klimaschutzchallenge?

Will uns da jemand "Normalität" vorgaukeln?

Diese erreichen wir nur alle gemeinsam in einiger Disziplin. Ohne Prügelknaben, die für vieles herhalten müssen.

Dir. Hans Ziller, langjähriger Touristiker, 5164 Seeham

Aufgerufen am 16.05.2022 um 08:00 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/unsinn-ohne-grenzen-114703852

Schlagzeilen