Leserbrief

Verfrühter Wunschzettel ans Christkind

Mein verfrühter Wunschzettel an das Christkind:

- Dass das unendlich erscheinende Parteienhickhack, das an Peinlichkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber einer Zukunft Österreichs kaum mehr zu überbieten ist, endlich überwunden wird.
- Dass Kompromissbereitschaft und Aufeinanderzuzugehen wieder zur Normalität im politischen Tagesgeschäft wird, anstatt sich gegenseitig ständig "anzupatzen" und in gegenseitigen Vorwürfen aufzugehen. Immerhin sind Politiker/-innen Vorbilder für den Umgang miteinander, und werden für diesen verantwortungsvollen Job auch entsprechend entlohnt.
- Dass Wahlkampfslogans ohne verachtenden, hasserfüllten Unterton auskommen, und stattdessen einmal wirklich positive und umsetzbare Zukunftsvisionen aufzeigen.
- Dass auf Reporterfragen direkt und sinnvoll geantwortet wird, anstatt glattgebügelte, auftrainierte Phrasen, die nichts mit dem Gefragten zu tun haben, entgegenzuschleudern.
- Dass alle Parteien für ihren Wahlkampf ihr Wahlwerbungsbudget nicht (!) überziehen und sämtliche Finanzierung ehrlich transparent machen - das würde einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld zeigen.
- Dass es den Parteien in ihrer Arbeit endlich einmal um die Zukunft ganz Österreichs geht. Und nicht nur um ein Bedienen der eigenen Kasse und bestimmter Wählergruppen.
- Dass alle Parteien um ein friedliches, wohlwollendes Miteinander bemüht sind. Österreich war und ist - wie die Geschichte zeigt - immer schon ein Migrationsland. Und die Geschichte zeigt ebenso, dass es sich bewährt, sich vernünftig, geschichts- und verantwortungsbewusst mit diesem Thema zu beschäftigen, anstatt Hass, Wut und Zorn in der Bevölkerung zu säen.
- Dass sämtliche Parteien endlich die EU als Ganzes als ein sehr erfolgreiches Friedensprojekt betrachten können. Natürlich gibt es da und dort Bedarf zur Nachjustierung, aber alleine die Tatsache, dass zwischen den EU-Staaten seit Jahrzehnten kein Krieg stattfindet, nachdem der europäische Kontinent in den letzten Jahrhunderten heftigste Kriegszeiten durchleben musste, sollte eigentlich als Grund ausreichen, um dieses Projekt fortzuführen.

Veronika Kraxberger, 4533 Piberbach

Aufgerufen am 29.11.2020 um 05:16 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/verfruehter-wunschzettel-ans-christkind-71087650

Schlagzeilen