Leserbrief

Vergebene Chancen für Österreich

Alexander Schallenberg ist sicherlich eine untadelige und weltgewandte Persönlichkeit, nun aber wohl am falschen Platz angekommen. Obwohl der Bundeskanzler nach der österreichischen Verfassung über keine Richtlinienkompetenz verfügt, sollte dieser dennoch den Takt vorgeben und auch in nach außen erkennbarer Form einen starken Gestaltungswillen vermitteln. Hier sind ihm aber seine falsch verstandene Loyalität gegenüber dem Ex-Kanzler Kurz sowie wohl auch seine berufliche Prägung als Diplomat im Wege.
Man mag die Aussage, dass er die Rolle des Bundeskanzlers nie angestrebt habe, für sympathisch und bescheiden auffassen, interpretiert man diese Äußerung aber zusammen mit der Bekundung der engen Zusammenarbeit mit Kurz und auch mit der völlig unverständlichen Absolution betreffend die seitens der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe, so ist das nichts anderes als ein entbehrlicher öffentlicher Kotau vor dem zukünftigen Schattenkanzler Kurz. Letzterer überlässt konsequenterweise die Knochenarbeit des Klubobmanns auch weiterhin seinem Stellvertreter, was das Konzept für die kommende Zeit bis zur nächsten Wahl auch aus dieser Perspektive deutlich macht.


Dr. Johann Schattauer, 5400 Hallein

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