Leserbrief

Verkehr und Lebensqualität in Grödig

Nach Durchsicht der Wahlversprechen aller Grödiger wahlwerbenden Gruppierungen musste ich leider feststellen dass einige für die Bevölkerung sehr wichtige und meines Erachtens nach schnell und ohne große Schwierigkeiten und Kosten durchsetzbare Anliegen von keiner Partei berücksichtigt werden.
Es geht zum einen um den immer wieder stark beklagten Ziel- und Quellverkehr, der den Ortskern von Grödig sehr stark belastet. Nach Diskussionen mit vielen Bewohnerinnen und Bewohnern hat sich herausgestellt, dass es einen sehr starken Wunsch nach einer vernünftigen Busverbindung in die Alpenstraße und bis zum Europark gibt.
Viele Arbeitskräfte sind in den Betrieben auf dieser Strecke beschäftigt und es gibt auch viele notwendige Fahrten in die Geschäfte oder Arztpraxen in der Alpenstraße, da die Geschäfte in Grödig nahezu ausgestorben sind und man für fast alle Dinge, die man in Grödig nicht mehr bekommt, bis jetzt auch mit dem Auto in Richtung Alpenstraße fahren muss (Schreibwaren, Nähzubehör, Bekleidung ... ).
Bisher existiert eine Verbindung durch Bus Nr. 28 in die Alpenstraße nur in der Früh (letzter Bus Richtung Alpenstr. um 7.45), dann wieder zu Mittag (nur 4x) und am Abend (ab 16.45; 3x letzter 17.45).
Die übrige Zeit fähr kein 28er von Grödig Richtung Stadt oder retour.
Das entspricht keinesfalls den Bedürfnissen der Bevölkerung. Mindestens ebenso wichtig wie die Verlängerung des Obus über die Berchtesgadner Straße wäre also eine dauerhafte Busverbindung durch die Linie 28 in 20-minütigen Abständen über den ganzen Tag und am Abend. Das würde sehr viel Individualverkehr aus dem Ortszentrum weg bringen.
Leider planen die Parteien hauptsächlich Radwege, carsharing und E-Tankstellen.
Auch auf Seniorinnen und Senioren (60+), die zwar noch kein Fall für das Altersheim, aber nicht mehr so fit und belastbar sind, um alles ohne Schwierigkeiten zu Fuß oder mit dem Rad erledigen zu können, werden total vergessen.
Es gibt nur ganz vereinzelt entlang der Gehsteige und entlang der Wanderwege Bänke zum Ausrasten. Wenn man als älterer, etwas gehbehinderter Mensch spazieren gehen will, muss man nach Anif, Niederalm, Hellbrunn oder Marktschellenberg ausweichen, da es dort überall und ausreichend Bänke gibt. In der "seniorenfreundlichen" Gemeinde Grödig leider nicht.

Da also meine Bedürfnisse bezüglich Bewegungsmöglichkeiten von keiner der Parteien berücksichtigt werden, überlege ich mir, ob ich überhaupt zur Wahl gehen soll. Und ich bin beileibe nicht die einzige.

Dipl.Päd. Christa Schmidt, A-5082 Grödig

Aufgerufen am 22.01.2021 um 08:10 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/verkehr-und-lebensqualitaet-in-groedig-66878227

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