Leserbrief

Verkehrschaos - wo bleiben die Experten?

Professioneller öffentlicher Verkehr braucht kompetente Profis. Offensichtlich ist es schwierig, für die Projektgesellschaft Regionalstadtbahn Salzburg fachkompetentes Personal zu finden. Angesichts der Eliminierung des Eisenbahnexperten Mackinger vor fünf Jahren setzt sich kaum jemand auf denselben Schleudersitz, der, von inkompetenten Politkommissären ausgelöst, diesen Verkehrsdirektor 2014 wegkatapultiert hat. Die Autoindustrie versorgt Politiker mit Gratis-Autos und Medien mit Inseraten. Da bleibt kaum Platz für den ÖPNV und dessen Experten.
Man weiß offensichtlich gar nicht, wo man suchen sollte. Von selbst kommen die, aus den genannten Gründen, nicht. Dazu braucht man einschlägige Headhunter, die diese Leute direkt ansprechen. In Oberösterreich gäbe es jemand, der aber gebeten werden will und die Sicherheit braucht, nicht auf Mackingers Schleudersitz und damit irgendwann in der Luft zu landen.
Die europäische Geschichte der Verkehrsplanung nach dem Zweiten Weltkrieg [Quelle: Barbara Schmucki (2001): "Der Traum vom Verkehrsfluss", Campus Verlag Deutsches Museum] ist geprägt von der menschenverachtenden Wahnvorstellung der "autogerechten Stadt". Ihr wurde brutal alles untergeordnet, besonders die Menschen. Diese Wahnvorstellung verstellte, auch der Politik, den Blick auf die Bedürfnisse der Menschen und deren Mobilität. Stau und Verkehrschaos mit Lärm, Abgasbelastung, Ressourcen- und Raumverbrauch waren die Folge.
Salzburg ist noch immer im Wahn der "autogerechten Stadt" steckengeblieben. Nur so ist es zu erklären, dass ein pensionierter Verkehrsplaner, als Wanderprediger, das Symbol der "autogerechten Stadt", den Kapuzinerbergtunnel fordert, den Schienenverkehr aber bekämpft. Salzburg muss sich endlich vom Autowahn mit Verkehrschaos und Stau emanzipieren!
Um das zu schaffen, müssen Stadt und Land Salzburg endlich Verkehrsexperten, mit Know-How im Schienenverkehr, ins Boot holen. Die Fachhochschulen in Kapfenberg und St. Pölten, sowie die Unis Innsbruck und Wien, bilden solche Leute aus. Politkommissäre in der Beamtenschaft, in der SVG und Salzburg AG sind für Verkehrslösungen nicht zu gebrauchen, wie das Obus-Chaos, Neumarkt-Steindorf-Murks und Supergau-Ticketing aufzeigen. Am besten wäre es, den gefeuerten Eisenbahnexperten Mackinger zurückzuholen oder einschlägige Headhunter loszuschicken!

Richard Fuchs e.H., Obmann Die Rote Elektrische, Gregor Watzl e.H., Obmann-Stellvertreter Die Rote Elektrische, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 22.08.2019 um 07:53 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/verkehrschaos-wo-bleiben-die-experten-69947767

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