Leserbrief

Verkehrspolitik in der Sackgasse

Die Mehrheit der Salzburger ist sich einig, dass die unerträglichen Verkehrsprobleme des Landes mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs so rasch wie möglich gelöst werden sollten. Dazu gehört insbesondere der Ausbau der Westbahnstrecke. Doch diese steckt in einer verhängnisvollen Sackgasse. Der 17 km lange Tunnel, den sich die protestierende Bevölkerung des Flachgaus ertrotzt hat, kann erst in sieben Jahren begonnen werden und wird dann eine Bauzeit von voraussichtlich 13 Jahren haben. Das heißt, volle 20 Jahre wird der Engpass auf der Strecke nach Straßwalchen weiter bestehen und damit auch der tägliche Stau. Wenn nun die Proteste gegen den Transport und die Lagerung des Tunnel-Aushubmaterials weiter anwachsen, dann verschiebt sich die Lösung auf den Sanktnimmerleinstag.
Die einzige Alternative, die ich zu diesem so ungeliebten Tunnelprojekt sehe, ist der dreigleisige Ausbau der bestehenden Strecke. Dieser könnte wesentlich schneller in Angriff genommen werden und würde auch bei Weitem nicht so viel kosten. Die einzige negative Folge davon wäre, dass der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Wien-Linz-München über Neumarkt-Kallham-Braunau- Mühldorf erfolgen müsste. Dieser erforderte keine Tunnellösung und wäre viel schneller und kürzer. Salzburg könnte nach dieser Variante über Mühldorf und Freilassing an das internationale Verkehrsnetz angeschlossen werden. Es ist sicher nicht die Ideallösung, aber besser als keine.

Mag. Franz Pöschl, 5163 Mattsee

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