Leserbrief

Verlustgeschäft mit der Vorsorgekasse

Seit 2008 ist in Österreich jeder Selbstständige verpflichtet, einen Teil seines Einkommens in eine selbst zu wählende Vorsorgekasse einzuzahlen, mit dem Hintergrund, dieses Geld anzulegen.
2018, in Zeiten einer guten konjunkturellen Entwicklung, wurde durch meine Vorsorgekasse ein Verlust von ca. 2% erwirtschaftet. Wohlgemerkt, in Zeiten einer guten konjunkturellen Entwicklung - 2018 lag das Wirtschaftswachstum in Österreich bei 2,7%! Die Verwaltungskosten der Kasse sind in diesem Wert noch gar nicht inkludiert. Selbst auf meinem Bankkonto bei Nullzinsen hätten sich meine Einlagen also besser entwickelt. Dieses Geld muss bei der Auszahlung, welche aber nur unter bestimmten Bedingungen möglich ist, natürlich auch noch nachversteuert werden.
Ich frage mich, wie man mit einer derartigen Situation umgeht? Austrittsmöglichkeiten sind nicht wirklich vorhanden. In meinem Fall geht es nur um kleine Beträge, aber es geht hier auch ums Prinzip. Eine Abwanderung meines Betriebs ins Ausland wäre die einzige Option, dieser Zwangsvernichtung meines real erwirtschafteten Einkommens zu entgehen.

Gerhard Feldbacher, 5323 Ebenau

Aufgerufen am 22.10.2020 um 05:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/verlustgeschaeft-mit-der-vorsorgekasse-69203158

Schlagzeilen