Leserbrief

Verspätungen im Bahnverkehr und Anschlusszüge

Am Mittwoch, dem 13.11.2019, fuhr ich mit dem Railjet, der Wien um 9.30 Uhr verlässt, Richtung Westen. Der Zug war vollkommen pünktlich unterwegs. Im Bahnhof Attnang-Puchheim kam es zu einem außerfahrplanmäßigen Halt und es wurde durchgesagt, dass es wegen einer Stellwerksstörung im Bahnhof Frankenmarkt zu einem Aufenthalt von zehn bis 15 Minuten kommen würde. In der Folge fuhr der Zug ungewöhnlich langsam und kurz vor Salzburg wurde durchgesagt, dass es zu einer 26-minütigen Verspätung komme und dass die Anschlusszüge nach Graz und Klagenfurt nicht warten könnten.
Tatsächlich kam der Railjet mit 24-minütiger Verspätung in Salzburg an, also um 12.16 Uhr.
Es ist schon eher unverständlich, dass bei einer derart geringfügigen Überlappung die Züge nach Klagenfurt (ab 12.12 Uhr) und nach Graz (Abfahrt 12.15 Uhr) nicht warten können, weil erfahrungsgemäß derart geringe Abfahrtsverzögerungen bis Bischofshofen mühelos aufgeholt werden können.
Als ich in die Bahnhofshalle kam, um weitere Anschlussmöglichkeiten Richtung Bischofshofen zu erkunden, sah ich auf der Anzeigetafel den Zug nach Klagenfurt blinken, was ja so viel bedeutet wie, dass der Zug zur Abfahrt bereit steht.
Ich eilte daher zu Gleis 1, wo dieser Zug tatsächlich stand. Bei einem hinteren Eingang sah ich eine Gruppe von Personen, die offensichtlich einzusteigen versuchte. Ich begab mich zu einer Waggontür nächst dem Aufgang und wollte gleichfalls einsteigen. Es waren aber die Türen blockiert.
Daraufhin ging ich zu der zuvor bezeichneten Gruppe, um mich dieser anzuschließen. Diese Gruppe klopfte gegen die Waggontür und versuchte, sich mit Armzeichen auf sich aufmerksam zu machen. Während ich mich auf die Gruppe zubewegte, setzte sich der Zug in Bewegung und fuhr ab.
Es ist schon verständlich, dass im Bahnverkehr gelegentlich Verspätungen auftreten.
Unverständlich ist aber, dass auf Reisende, die durch solche Verspätungen betroffen sind, nicht durch ein geringfügiges Abwarten von Anschlusszügen Rücksicht genommen wird. Im gegenständlichen Fall ist speziell ins Gasteiner Tal bei Versäumen des Zugs ab Salzburg 12.12 Uhr eine längere Wartezeit gegeben.
Gänzlich unverständlich ist es aber, wenn, wie in diesem Fall, von einer Verspätung betroffene Reisende vor dem verschlossenen Anschlusszug stehen und kein Bediensteter kommt auf die Idee, nochmals kurz die Türen öffnen zu lassen, um Reisenden das Einsteigen zu ermöglichen.
Ein bisschen mehr Übersicht und Initiative kann man doch erwarten!


Dr. Friedrich Flendrovsky,, em. Rechtsanwalt, 1180 Wien

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