Leserbrief

Verunglimpfung von Volksgut

Stellungnahme zu Ihrem Artikel über den Rainermarsch: Sehr geehrter Herr Hödlmoser! Nun es ist wieder soweit, es wird zum Halali geblasen - die berühmte Nazikeule schlägt mit aller Brutalität zu. Diesmal geht es um unseren Rainermarsch oder besser gesagt, um dessen Urheber Hans Schmid. Es ist schon sonderbar, mit welch Kreativität so manch linke Historiker und Gutmenschen sich bemächtigt fühlen, Volksgut und heimatliche Attribute zu verunglimpfen und auf den Altar einer linkslinken Schickeria zu opfern.

Wie richtig angeführt entstand der Marsch 1915 in den Wirren des 1. Weltkriegs aus der Feder des jungen Regimentsmusikers Hans Schmid. Den Text dazu hatte Josef Schopper verfasst, der als Musikkorporal ebenfalls beim Rainer-Regiment verpflichtet war. Diesen Text nun als kriegsverherrlichend darzustellen wäre hier zu billig. Was soll hier falsch sein, sich zur Heimat zu bekennen? Sollen wir denn nicht mehr zu unserer Heimat stehen? Einfach standhaft und wehrhaft sein? Siegen und Sterben für das Vaterland? Man denke an die jüngsten Naturkatastrophen im Land, wo Menschen als Retter in der Not sich permanenten Lebensgefahren aussetzten, um Leben und Hab und Gut der Bevölkerung zu retten. Einen Sieg über Naturgewalten, die sich allzu oft menschenfeindlich zeigen, zu verzeichnen, was soll hier schon falsch sein?

Gott sei Dank gibt es Menschen, die im aufrichtigen Bekenntnis zur Heimat stehen und nicht linkspopulistisch einfach den Schwanz einziehen. Wer sich zur Heimat bekennt, muss sich aber auch zur Geschichte bekennen. Es wäre höchst an der Zeit, sich in den Bildungsstätten ernsthaft mit Zeitgeschichte richtig zu befassen und solche Texte aus dem Kontext der Zeit zu vermitteln. Ein Volk, das seine Geschichte leugnet, oder nur mangelhaft darin unterwiesen wird, ist dem Untergang geweiht. Hier passt auch das Zitat des großen Bundeskanzlers und Vorsitzenden der SPÖ Bruno Kreisky, der einem übereifrigen Journalisten postwendet antwortete, "Lernans Geschichte".

In ihrem Artikel über Hans Schmid berichten Sie über dessen Mitgliedschaft bei der NSDAP. Muss man nicht in der Jetztzeit auch Mitglied einer Organisation oder Partei sein, um in Zeiten des "Postenschachers" einen begehrten Platz für ein sicheres Einkommen zu ergattern? Wie werden unsere Nachfahren in achtzig Jahren uns sehen und uns bewerten? Hans Schmid hatte eben die Wahl zwischen Pest und Cholera und sich für die Mitgliedschaft bei der NSDAP entschieden, ohne einen wesentlichen Vorteil daraus gewonnen zu haben. Hans Schmid war weder in Kriegsverbrechen noch in dessen Nähe verstrickt, er hat eben in dieser Zeit als Bürger gelebt. Es ist beschämend, wie mit einer Generation umgegangen wird, nur weil sie eben zum falschen Zeitpunkt geboren wurde. Hans Schmid hat sich große Verdienste um das Land erworben und war in Amerika als besonderer Bürger geschätzt und beliebt, weshalb er in Salzburg ein Ehrengrabmal berechtigterweise erhalten hat. Der Rainermarsch ist ein besonders Stück unserer Heimat und ein wichtiger Identifikator unseres schönen Landes.
Es lebe der Rainermarsch!

Sepp Gruber, Kulturpreisträger der Marktgemeinde Bad Hofgastein und aktives Mitglied der Rainermusik Salzburg

Aufgerufen am 22.01.2021 um 08:42 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/verunglimpfung-von-volksgut-80470888

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