Leserbrief

Viktor Hermann macht sich Luft

Unter "Zorn und Zweifel" in den SN vom 13. 2. 19 beklagt Herr Hermann den höchst befremdlichen Umgang der EU mit Autokraten und Tyrannen.
Völlig zurecht prangert er die scheinheilige Unterscheidung in "böse" und "nicht-ganz-so-böse, weil- nützliche" Regime an.
Maduro ist ein böser Tyrann, die Mullahs in Teheran fallen in die 2. Kategorie... warum? Gute Geschäfte, was sonst! Ebenso verhält es sich mit China, Russland oder der Türkei. Erbärmlich nennt das der Autor - und ich muss ihm leider beipflichten!

Jene EU, die ständig von "ihren Werten" faselt - Toleranz, Weltoffenheit, Gerechtigkeit, Friedensliebe etc. und jede Kritik, egal wie berechtigt, schroff von sich weist, hat schon so viel an Glaubwürdigkeit verloren, dass sie ihre Existenz auf´s Spiel setzt. Nicht nur extrem rechte Politiker sind die Totengräber Europas, sondern die EU selbst mutiert dazu.

Wenn Kritiker unisono als Populisten gebrandmarkt werden, so ist das "praktisch" - mit derlei Klientel setzt man sich erst gar nicht auseinander. So kann man trefflich von Fehlentwicklungen und Problemen ablenken - es ist ja nur der menschliche Bodensatz der Populisten, der die erlauchten Kreise der EU-Apologeten stört. Die Populismus-Karte zieht immer und schon kann man es sich wieder im Schmoll-Winkel der politischen "correctness" gemütlich machen.
Aber das ist erstens unfair, zweitens dumm und drittens falsch und viertens erbärmlich!

Ich denke nicht, dass Viktor Hermann sehr "amused" wäre, stellte man ihn - ob seines EU-kritischen Kommentars - ins rechte Schmuddeleck!

Mag. Regina Scheiblmaier, 5231 Schalchen

Aufgerufen am 21.10.2020 um 06:20 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/viktor-hermann-macht-sich-luft-65775205

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