Leserbrief

Volksgartensauna - letzter Akt

Der Beitrag von Redakteurin Barbara Haimerl über die Volksgartensauna stimmt nachdenklich (SN, Lokalteil, "Alte Sauna weicht zwei Würfeln", SN vom 26. 4. 19):

Wie schnell wird ein Objekt - als finnische Sauna 1943 von der SS für die Volksgesundheit errichtet, später von den Amerikanern übernommen und der Stadt zurückgegeben, von der Pächterfamilie Kreil liebevoll zu einem Kleinod gemacht - infolge mutwilliges Verfallenlassens durch die Stadt, zum Schandfleck erklärt. Die Stadt hat jahrzehntelang Pachtzins kassiert, ohne kaum einen Schilling in die Erhaltung zu investieren. Schließlich wurde es dem letzten Kreil verwehrt einen
wirtschaftlichen Pachtvertrag abzuschließen. Die Energiekosten der veralteten Anlage rechneten sich einfach nicht mehr. Trotz Eingabe mit mehr als 300 Unterschriften von wöchentlichen Stammgästen für die Erhaltung der Sauna an Bürgermeister Schaden und Stadträtin Claudia Schmidt, wurde die Angelegenheit mit dem Hinweis auf Sparmaßnahmen schubladisiert. Mehrere Interessenten sind wegen eines unpassenden Konzeptes (Gastronomie) abgewimmelt worden. Die Hoffnung lag bei der neuen Stadtregierung. Und siehe da, fast zehn Jahren nach der Schließung jetzt zum Schandfleck erklärt, muss abgerissen werden. Auf einmal sind auch entsprechende Mittel vorhanden. Die Sanierung hätte einen Bruchteil der bereitstehenden 1,5 Millionen € gekostet.
Dafür bekommen wir aber jetzt zwei Schuhschachteln als Würstelbude und Ticketschalter sowie Geräteraum für das Gartenamt und natürlich die Stufen in den Teich, der zwar nicht zum Baden geeignet ist, aber die Füße dürfen wir reinstecken.
Bravo Herr Bürgermeister (ehemals u.a. auch Saunabetreiber!) so bedient man seine Wähler.

Friedrich Erhart, 5020 Salzburg

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