Leserbrief

Vom Aufwachsen in den 50ern und 60ern

Man soll ja nicht sagen, dass früher alles besser war - aber einfacher sicher.
Ich wuchs auf dem Land auf, die Straßen waren noch nicht asphaltiert, die Autos auf der Autobahn und der B1 konnte man zählen, weil es "so wenige" waren. Und Viren, Bakterien, Keime? Für uns Kinder praktisch nicht existent. Natürlich mussten wir uns die Hände waschen: "Nach dem Klogehn, vor dem Essen Hände waschen …" das wusste jedes Kind. Und ein Mal in der Woche ging's ab in die Badewanne, wobei es schön war, wenn das Wasser so richtig dreckig wurde - dafür haben mein Bruder und ich auch gesorgt. Aber sonst? Bei Durst im Freien trank ich aus der Regentonne oder der Drecklatsche auf der kleinen Straße in unserer Siedlung, manchmal wohl auch aus dem Weihwasser in unserer Kirche. Krank? Alle neun Pflichtschuljahre keine einzige Fehlstunde, die Zeugnisse belegen das, Schnupfen und Husten kannte ich nicht. Corona gab es damals wohl noch nicht, auch keine Grippe?

Prof. Mag. Monika Umundum, 5302 Henndorf

Aufgerufen am 24.01.2021 um 10:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/vom-aufwachsen-in-den-50ern-und-60ern-84980518

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