Leserbrief

Von Orden und Preisen im Fasching

Den Herren B. Flieher und F. Messner sei Dank!

Jetzt haben sämtliche Gabalier-Fans und alle anderen Kultur-Banausen endgültig zur Kenntnis zu nehmen, dass die Verleihung des Karl-Valentin-Ordens durch die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla ein echtes Verbrechen wider den Geist des Querdenkers Valentin darstellt. Das geht gar nicht. Nicht einmal im Fasching. Da ist der Humor eine viel zu ernste Sache. Und was soll denn die pampige Rechtfertigung von Narrhalla-Vizepräsident Günter Malescha, zwar ecke Gabalier mit seiner Haltung und Meinungsäußerung an: "In erster Linie aber nur bei missgünstigen Andersdenkern und Neidern." Und überhaupt: Nix wie Probleme mit den Ordens- und Preisverleihungen im Namen von so armen Toten, die sich nimmer wehren können gegen die in ihrem Namen Geehrten. Aber halt auch nicht gegen die Kritikaster, die daran aus unterschiedlichsten Gründen Anstoß nehmen. Würde der "Zuck" also womöglich auszucken, wenn es um den jüngst in seinem Namen Ausgezeichneten geht? Ist der Karlspreis oftmals nicht eigentlich eh "für´n Karl" - oder für wen oder was sonst? Lauter wirklich ernste Fragen, die ausgerechnet jetzt im Fasching auftauchen. Der Querschläger-Vorschlag erscheint daher bestechend: Nächstes Jahr bei der Narrhalla-Faschings-Sitzung möge Herrn Flieher die wohlverdiente "Keith-Richards-Medaille" und F. Messner die von ihm selbst angedachte Weight-Watchers-Erinnerungsmedaille verliehen werden. Als Laudator für die beiden "Andersdenker" erschiene in diesem Zusammenhang niemand geeigneter als Herr Gabalier - mit unter die Haut gehenden Ausführungen zum Thema "Toleranz! Humor ist, wenn man trotzdem lacht!"

Albrecht Seer, 5020 Salzburg

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