Leserbrief

Vor der eigenen Türe kehren

Zum Leitartikel "In der Krise schlägt die Stunde des Präsidenten", in den SN vom 21. 5. 19:
Man kann sich natürlich alles so zurechtbiegen, wie es einem in den Kram passt. Nicht Weitblick war es, was Herrn Haslauer davon abhielt, mit der FPÖ zu koalieren, sondern die Möglichkeit, Macht auszuüben. Schließlich wäre ja auch noch die SPÖ zur Verfügung gestanden. Dem Wählerwillen entspricht diese Landesregierung jedenfalls nicht.
Dass Strache ein nicht übermäßig intelligenter Macho ist, ist mir aus eigener Erfahrung schon lange bewusst und die Ibiza-Aktion in keiner Weise zu entschuldigen. Aber wie jetzt von allen Seiten auf jeden FPÖ Politiker eingeschlagen wird und jeder auf die Ebene einer Küchenschabe gestellt wird, ist unerhört. Alle anderen Parteien sollen zuerst einmal den sprichwörtlichen Dreck vor der eigenen Tür kehren - die SPÖ von Proksch bis Silberstein, die ÖVP von Strasser bis zu den legendären schwarzen Koffern, die Liste Jetzt (vormals Pilz) mit ihrem wegen massiver sexueller Übergriffe vorübergehend zurückgetretenen Herrn Pilz und weshalb der Herr Strolz von den NEOs von einem Tag auf den anderen zurückgetreten ist, kann niemand sagen.
Zu Ihrer Ausnahme: das öffentliche Interesse wäre im Jahr 2017 gegeben gewesen, heute ist diese Aktion als reine Niedertracht zu bewerten, nichts von öffentlichem Interesse, da hätte man Strache 2017 stoppen müssen. Ich möchte in erster Linie wissen, wer hinter dieser miesen Aktion steht.

Christine Thurnhofer, 5303 Thalgau

Aufgerufen am 01.12.2020 um 10:21 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/vor-der-eigenen-tuere-kehren-70716022

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