Leserbrief

Vorsicht ist die Mutter der sozialen Medien

Der Fall des Gasteiner Nikolos, der mit seiner Rede geglaubt hat, "a Hetz" zu machen, wird der Hetze bezichtigt. Da wird man gleich zum Nazi oder zum Rassisten, auch wenn das Gedankengut weit davon entfernt ist. "A Gaudi vatrogt's heit nimma mehr" - nirgends! Ja, das ist heute so. Ich finde diese Späßchen vom Nikolaus auch nicht gerade passend, in Zukunft wird er mit seinen Äußerungen vorsichtiger umgehen. Man muss gehörig aufpassen, was man wo, wann und wie von sich gibt. Denn man ist regelrecht umgeben von Smartphone-Spionen, die jederzeit griffbereit ihre geliebte Superwanze in Händen halten und den Record Button oder den Auslöser für ein passendes oder unpassendes Foto drücken. Natürlich muss jeder seinen unnötigen Senf = Kommentar dazutun, versteht sich von selbst.
Ich frage mich, wo liegt da der Reiz? Warum haben die Menschen so einen derartigen Drang, sich derart zu inszenieren, sich wichtig zu machen und ihre Gedanken und ihr Innenleben nach außen zu stülpen und sich untereinander mit allerlei Scheußlichkeiten, Nichtigkeiten und Gemeinheiten zu zumüllen?
Ich bin eine der wenigen Glücklichen, die weder ein Smartphone, noch soziale Medien benützt. Ich tue meine Meinung persönlich kund. Soziale Medien sind alles andere als sozial.

Daniela Pichler, 5324 Hintersee

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