Leserbrief

Wahl zwischen Pest und Cholera

Wenn bereits jetzt, wie Redakteur Koller ausführt, mit Beginn des zweiten Lockdowns davon die Rede ist, dass nach einer kurzen Erholung möglicherweise ein dritter notwendig sein könnte bzw. in einer Art Wellenbewegung sich in Zukunft Erholung und Herunterfahren laufend ablösen, dann stellt sich schon die Frage, wie lange das gut gehen kann.

Bereits jetzt brechen überall die Steuereinnahmen massiv weg. Wenn das so weitergeht, werden die Gesundheitssysteme nicht mehr finanzierbar sein. Die Folge: Die medizinische Versorgung schwer kranker Menschen wird für lange Zeit nicht mehr zu hundert Prozent möglich sein!

Meiner Meinung nach werden sich alle von Covid-19 betroffenen Staaten entscheiden müssen, ob sie obiges Szenario riskieren wollen oder ob es nicht sinnvoller wäre, Bildung, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft nur leicht einzuschränken, populistische Reisewarnungen zu unterlassen, Eigenverantwortung zu predigen und fallweise eine Überlastung der Gesundheitssysteme in Kauf zu nehmen.

Denn eines ist sicher, selbst bei Vorhandensein eines Impfstoffs wird die Welt mit dem Virus leben müssen.

Ernst Ulrich Schafranek, 5020 Salzburg

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