Leserbrief

Wahlarztdebatte entfacht erneut

Zu "Wahlärzte im Visier der Politik" (Inge Baldinger, SN vom 4. Mai): Ein immer wiederkehrender Denkansatz - den Wahlärztinnen und -ärzten das Leben zu erschweren, die Praxistätigkeit zu vermiesen oder überhaupt zu untersagen.
Wie wäre es, endlich (auch wieder einmal!) eine andere Strategie zu wählen: nämlich die kassenärztliche Tätigkeit erstrebenswerter und interessanter darzustellen. Die jüngeren Kolleginnen und Kollegen zu begeistern?
Meine Vorschläge (bei Leibe nicht neu!) Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Einkommensverhältnisse, speziell auch für mein Fach, die Pädiatrie: offener Zugang zur Errichtung von kinderärztlichen Primärversorgungszentren, Lockerung des strengen Organisationskorsetts (Pflichtstundenzahl, Öffnungsverpflichtungen). Freie Möglichkeiten für Vertretungen, freie Kassenverträge für alle, die es möchten!
Begeisterung induzieren während der Ausbildung, verpflichtende, bezahlte Lehrpraxis mit entsprechend ausgebildeten und evaluierten Lehrpraxistutor/-innen. Endlich auch eine Publikation der Untersuchungen betreffend mangelnder Motivation in die Kassenpraxis zu gehen und breite Diskussion darüber.
Da wird dann auch immer selten zu hören sein, was auch ich beim Versuch der Übergabe meiner Kassenpraxis in Wien Meidling zu hören bekam: Kassenpraxis, um Gottes Willen, nein danke!


Dr. Alfred Stiskal, FA für Kinder- und Jugendheilkunde, 7000 Eisenstadt

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